Brief von Susanne Spinnler anläßlich der Corona-Pandemie


 
Liebe Gemeinde,  
was für seltsame Zeiten das gerade sind.  
Die einen wissen nicht, wie sie das mehr an Arbeit stemmen sollen. Die anderen sitzen erzwungenermaßen zu Hause und müssen auf Gehalt verzichten und machen sich sorgen, wie es weitergehen soll. Wieder andere jonglieren zwischen Kindern und Home Office.
Nicht nur Kinder und Jugendliche leiden unter der sozialen Isolation, ebenso alte Menschen, die jetzt aushalten müssen, dass keiner sie besuchen darf. Das ist alles andere als einfach.  Sicher gibt es auch einige, die das entschleunigte Leben gerade genießen können, aber die Mehrzahl ist wohl eher angespannt.  
Der Garten ist irgendwann frühjahrsbereit gepflegt, die Ideen für die Kinder gehen irgendwann zur Neige, in Ruhe Filme gucken macht auch nicht so viele Freude, wenn jeder Abend gleich verläuft.  
Die Corona-Krise fordert uns allen einiges ab und so möchte ich Sie auf Angebote hinweisen, die wir ihnen als Kirchengemeinde in Rüsselbach machen, um diese Zeit besser zu überstehen.  
 
 
1. Wer kann helfen, wer freut sich über Hilfe? -  Das Sorgen- und Freudentelefon - 09192/8974
Für die Zeit der Corona-Krise haben wir eine Telefonnummer eingerichtet, die von mir regelmäßig abgehört wird und bei der sie anrufen können, wenn sie:  - Helfen wollen – egal, ob Essen kochen und vor die Tür stellen oder Einkäufe machen, Kindern per Skype vorlesen, etc. Melden Sie sich, wenn sie Zeit haben zu helfen.  - Hilfe brauchen – egal, was sie benötigen an Unterstützung. Bitte melden Sie sich, wir finden einen Weg zu helfen.  - Sorgen loswerden wollen/ ein offenes Ohr suchen: ich nehme mir gerne Zeit für Sie – egal, wo der Schuh drückt.  
Bitte sprechen Sie ihren Namen, ihre Telefonnummer und ihr Anliegen auf Band – ich rufe sie so schnell wie möglich zurück.

 
2. Die Kirche ist offen  
Beim täglichen Spaziergang einfach mal in der Kirche vorbeischauen – jeden Tag von 9-17 Uhr ist das möglich. Dort finden Sie Mut machende Karten, Bilder und kleine Bücher zum Mitnehmen. Wenn die Möglichkeit zum Rausgehen auch über die Karwoche und die Ostertage bestehen bleibt und nicht noch strikter gehandhabt wird, werden wir den Kirchenraum entsprechend gestalten, dass Sie die Ostergeschichte so zumindest alleine für sich erleben können. Bitte gerne auch mit Kindern vorbeischauen – es wird sich lohnen.  
Kerzen können sie natürlich auch anzünden und einfach ein wenig zur Ruhe kommen, die Gedanken sammeln und Sorgen bei unserem großen Gott abgeben und – vielleicht mit einem freundlichen Mitnehmgruß - die Kirche gestärkt verlassen.  
Herzlich willkommen!


3. Einladung zum Gebet  
Beten – mit unserem großen Gott reden – können wir auch, wenn keine Gottesdienste dazu Gelegenheit geben. Dazu haben wir uns entschieden, das 12 Uhr und das 18 Uhr Glockenläuten jeden Tag zu nutzen und bewusst eine kurze Gebetspause einzulegen.  
Folgender Ablauf kann ihnen vielleicht dabei helfen.  
1. Gott begrüßen – ihm sagen, wie es Ihnen geht und was so war am Tag bisher.  2. Fürbitte für andere Menschen halten - Für die Kranken und alle, die jetzt systemrelevant arbeiten (im medizinischen Bereich, aber auch an der Supermarktkasse oder in der Bäckerei, in Pflegeheimen, etc.)  - Für die, denen die Einsamkeit zusetzt und die sich nach Beziehungen sehnen - Für die Geflüchteten, die an so vielen Orten hoffen und bangen, verzweifeln und leiden, aufgrund der unwürdigen Lebensbedingungen und für die, die im Krieg sind und gar keinen Platz mehr in unseren Nachrichten finden
- Für….     – sie wissen selbst, wen oder was sie am Herzen haben und wofür sie vor Gott ihre Stimme erheben wollen.  3. Verbunden sein mit allen Christen – das Vaterunser als Gebet sprechen, das uns durchs ganze Land und um die ganze Welt gemeinsam verbindet.  Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. 4. Gesegnet sein – sich selbst ein Kreuzzeichen auf die Stirn malen und aufgerichtet weiter durch den Tag gehen.   Verbunden mit den Worten:  „Es segne mich – Gott, mein Vater, der mich geschaffen hat. Der Sohn, der mich liebt und mich begleitet.  Der Heilige Geist, der mir Kraft schenkt und mich tröstet.  Amen.“  
 
4. Gottesdienst-Angebote im Internet  
Gottesdienst-Übertragungen gibt es viele – einfach danach suchen bitte. (Z.B. über „Gottesdienst im Livestream“). Fernsehgottesdienste gibt es ja ohnehin in ARD/ZDF. Herzliche Einladung dazu!  
Ein paar Empfehlungen für die, die nicht suchen wollen:  
Aus unserem Dekanat:  
- Gottesdienste aus Neunkirchen am Brand: https://www.neunkirchen-am-brand-evangelisch.de/ - Gottesdienst aus Affalterthal/Bieberbach:  http://www.affalterthal-bieberbach-evangelisch.de/
Darüber hinaus:  
- Meine ehemalige Gemeinde in Tübingen: https://www.jakobusgemeinde.de/  - Kurzandachten Mo-Fr aus der Lorenzkirche in Nürnberg  https://lorenzkirche.de/
Für Kinder:  
- Biblische Gute-Nacht-Geschichte: www.kirche-mit-kindern.de (Sa, Mo, Mi 18 Uhr)  - www.kinderkirche-wuerttemberg.de (im Live-Stream So, 10 Uhr)  - https://www.kirche-entdecken.de/kigo-raum/ (Kirchenraum digital entdecken)  
 
5. Spezialangebot für Kinder (bis ca. 6 Jahre)  
Ich bin gerade am Ausloten ein Angebot auf die Beine zu stellen, so dass Anja (die auch sonst in der Kita Geschichten erzählt und Theater spielt) zu einem festen Zeitpunkt ca. zweimal die Woche live für die Kinder liest und die Kinder sich via Internet zuschalten können.  
Über die gleichen Wege würde ich dann auch – zusammen mit Fridolin, den die Kinder ja aus der Kita kennen – jede Woche eine Andacht gestalten, um so die Ostergeschichte auch ohne Kita den Kindern nahe zu bringen.  
Wer dabei sein möchte, der schreibt mir bitte einfach eine Mail susanne.spinnler@elkb.de – ich nehme Euch dann in einen Verteiler auf und sobald es Termine gibt und technische Details werde ich Euch informieren. Ziel wäre es  nächste Woche damit zu starten.  
Nun in alle Häuser herzliche Grüße – auch im Namen des Kirchenvorstands!  
Bleiben sie behütet und seien Sie gesegnet! 

Ihre Pfarrerin Susanne Spinnler